Casablanca / Marokko

Ein kurzer Trip nach Casablanca

Casablanca (die weiße Stadt) - was erwartet mich in Casablanca?

Alte weiße Häuser, eine romantische Stadt am Meer, Ruhe...?

 

Mohammed V Airport im Dezember - es ist 10.20 Uhr - ich hole mir im Flughafen mit meiner Kreditkarte an einer der Wechselstuben Dirham - der Wechselkurs ist ca. 1 € zu 10 Dirham - die marokkanische Währung darf weder in das Land ein noch ausgeführt werden. Danach geht es endlich raus -  blauer Himmel und ca 20 Grad was im Dezember nicht selbstverständlich ist. Vor dem Flughafen stehen mehrer alte weiße Mercedes Taxis... ich nehme hinten Platz und versinke fast in den alten völlig aufgesessenen Sitzen... cool .. so habe ich mir das vorgestellt... nach gut 40 Minuten komme ich in Casablanca an und werden von einem Hupkonzert begrüsst... mir steigt ein leichter Smoggeruch in die Nase und das Hupen bleibt bei... Die Hupe ist hier das wichtigste Teil am Wagen...  das fällt mir besonders an einer roten Ampel auf, statt anzuhalten wird gehupt und weiter gefahren. Fast jedes Auto ist verbeult und verkratzt... Fußgänger werden in der rund 3,6 Millionen Metropole nicht wirklich wahrgenommen und müssen Teilweise einen Satz machen, um nicht überfahren zu werden. Am Hotel angekommen bezahle ich 400 Dirham für die Taxifahrt. Was ich jetzt weiß, man muss den Preis immer vorher verhandeln. Ich wohne im Novotel direkt am Hafen. Von hier aus kann man die Sehenswürdigkeiten Hassan II Moschee, die old Medina (die Altstadt mit ihren Märkten), Rick´s Cafe (aus dem Film Casablanca), Cathedrale Sacre Coere, Notre Dame Lourdes und vieles weitere gut zu Fuß erreichen.

Casablanca aus dem Taxi

Sehenswürdigkeiten von Casablanca

Die Hassan II. Moschee

Wenn man in Casablanca ist, ist die Hassan II. Moschee ein muss.

Das imposante Gebäude liegt traumhaft schön direkt am Atlantik.

Es ist auch mein erster Anlaufpunkt.

 

Auf dem Fußweg dorthin komme ich an Rick´s Cafe vorbei. Das bekannte Cafe aus dem Hollywood Klassiker "Casablanca". Was die meisten nicht wissen... der Film wurde nicht in Marokko gedreht und das Café war lediglich eine Studio Kulisse. Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann haben für den Dreharbeiten nie Casablanca betreten. Was dem romantischen Flair dieses Gebäudes aber auch nichts ausmacht. Rick´s Café wurde erst 2004 von der ehemaligen Diplomatin und US-Amerikanerin Kathy Kriger eröffnet. Das nostalgische warme Ambiente aus den 40er Jahren hat Sie aus dem Film kopiert und selbst ein Pianist spielt Lieder aus den Vierzigern und Fünfzigern und natürlich auch "As time goes by". Casablanca ist um eine Attraktion reicher geworden. Aus Illusion wurde Wirklichkeit.

 

Weiter geht es Richtung Moschee. Jetzt weiß ich, was mit "Land der Kontraste" gemeint ist, wenn in Reiseführern von Marokko geschrieben wird. Bittere Armut direkt zur Nachbarschaft von üppigen Reichtum. Alle 5 Meter werde ich angesprochen, ob ich ein bisschen Geld geben kann, Müll liegt überall auf dem Gehweg und der Straße rum. Ich habe ein mulmiges Gefühl und mache nur schnell 2-3 Bilder mit Handy und lasse die Kamera lieber in drei Tasche. Die Moschee kann ich schon sehen und so laufe ich zügig weiter. 

 

Da ist sie - Ich bin total geflasht - die beeindruckende Größe lässt sich gar nicht auf den Bildern wieder geben.  210m misst das Minarett und ist damit bis jetzt das Höchste religiöse Gebäude der Welt. Sie wurde anlässlich des 60. Geburtstages des damaligen Königs von Marokko Hassan II. erbaut und 1993 fertig gestellt. In der riesigen Gebetshalle finden bis zu 25.000 Menschen Platz. Gegen ein kleines Eintrittsgeld darf die Moschee auch von nicht Muslimen zu bestimmten Zeiten betreten werden. 

 

 

Le Gatsby - Café Restaurant

Gegenüber von der Moschee liegt das tolle Café/Restaurant Le Getsby. Da sich mein Magen schon durch lautes knurren meldet, nutze ich die Gelegenheit und nehme einen kleinen Imbiss zu mir.

Der Burger ist wahnsinnig lecker... aber die Portion hätte ruhig ein wenig größer sein dürfen. Dafür gönne ich mir als Nachtisch noch eine Creme Brulee.

 

Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber ich finde die Coke schmeckt in warmen Ländern immer doppelt so gut wie zu Hause.

Notre Dame de Lourdes und Casablanca Cathredal Sacré-Coer

Cathredal Sacré-Coer

Die imposante neugotische Kathedrale von Casablanca stammt aus dem Jahr 1930. Die ehemalige römisch-katholische Kirche hat seit der Unabhängigkeit Marokkos 1956 keine religiöse Funktion mehr und wird nun als Kulturzentrum genutzt, das für Besucher geöffnet ist. 

Die Kirche wurde von dem französischen Architekten Paul Tournon entworfen.

 

 

Notre Dame Lourdes

Die massive Kirche steht am Rond-Point dÉurope in Casablanca.

Die Pfarrkirche von 1954 bis 1956 durch Planung von Achille Dangleterre und Gaston Zimmer erbaut. 800m² Buntglasfenster bringen Licht in die Kirche.

 

 

Essen und Abends durch die Stadt

Rund Füße und so langsam bekomme ich Hunger.

Mit dem Taxi (und diesmal wird der Preis vorher verhandelt) geht es zum Restaurant "Le Petit Rocher".

Das gemütliche Restaurant liegt direkt am Atlantik und man hat einen traumhaften Blick auf die beleuchtet Hassan II. Moschee.

Die Bedienung ist super... und das Essen erst recht!

Der Kellner kommt mit einer Auswahl frischen Fisch an den Tisch und wir dürfen uns den Fisch selber aussuchen. Ich entscheide mich aber lieber für ein schönes Stück Steak und ein frisches Kaltes Casablanca Bier.

 

Im Lounge Bereich des Restaurants spielt eine Liveband. 

Ich gebe dem Restaurant 5 von 5 Sternen ;)

 

 

 

 

Rundum satt und zufrieden geht es mit dem Taxi zurück ins Hotel.

Es ist eine herrliche Luft, also geht es noch kurz raus an die Luft.

Ich will mir noch kurz den neuen Bahnhof anschauen. Es ist 23.35 Uhr. In den gläsernen Bahnhof kommt uns soft Security entgegen und macht uns unmissverständlich klar, das der Bahnhof um diese Uhrzeit geschlossen ist und niemand hier etwas zu suchen hat.

 

Vor dem Bahnhof hat ein junger Marokkaner sein mobiles Restaurant geöffnet. Zwei Klappbänke und ein Klapptisch mit einer nicht ganz weißen Tischdecke laden zum verweilen ein. Auf der Speisekarte stehen Eiergerichte, die frisch über einem Gasbrenner zubereitet werden. 

 

In den Straßen findet man Abends viele solcher mobilen Essensstände mit Schnecken, Eiern, Nüssen, Fischen und weiteren Köstlichkeiten. Diese werden aber überwiegend von den Einheimischen in Anspruch genommen. Wobei ich sagen muss, das uns auch nicht viele Touristen begegnet sind. Dezember ist vielleicht nicht gerade die beste Reisezeit.

Bir Jdid

Donnerstag morgen - heute geht es in die kleine Stadt Bir Jdid die ca 1 Stunde mit dem Auto außerhalb von Casablanca entfernt liegt. 

Auf dem Weg dorthin, sehen wir wieder die extreme Armut in Marokko. Baracken aus Wellblech und Plastikplanen, halb zusammengefallenen kleine Ziegelhäuser, Slums ähnlich wie sie uns schon in Südafrika begegnet sind. 

 

Nach einer Stunde fahrt sind wir endlich da.

Jeden Donnerstag ist in der ca. 20.000 Einwohner großen Stadt Markt. Es ist der wichtigste Tag in der Woche. Gefühlt ist die ganze Stadt auf dem Markt. Jedes 3 Gefährt ist eine Kutsche von einem Esel oder Pferd gezogen. Männer und Frauen laufen mit Ziegen und Schafen an der Leine an uns vorbei. Hühner und Puten werden Kopfüber an den Beinen durch die Straßen getragen.

 

Gegen 15.00 Uhr setzte leider Regen ein und wir machten uns wieder auf den Weg nach Casablanca

 

Wir sind von dem größten Arbeitgeber in Bir Jdid zu einer Betriebsführung eingeladen. 350 Mitarbeiter hat das Werk, das Toner für Laserdrucker wieder aufbereitet. Wir sind total beeindruckt.

Zur Präsentation gibt es einen süßen warmen Tee und ein wenig Marzipan Gebäck... lecker :)

Dort essen wir dann auch zusammen Mittag. Unser Mittagessen sieht aus wie eine riesen Pizza mit einem halben Meter Durchmesser und ca. 8 cm Höhe, dazu gibt es frische warme Brötchen.

Auf meine Frage was darin enthalten sei, bekomme ich zur Antwort - Alles was das Meer hergibt. - Eigentlich bin ich nicht so der Fischesser, aber das war richtig richtig lecker.

 

 

Die Medina - Die Altstadt von Casablanca

Die Medina von Casablanca - die Altstadt.

Die muss man gesehen haben.

Wir betreten die Medina über den Südeingang und kommen in direkt in ein Wusel voller Menschen die hier sozusagen alles verkaufen... es wird Fisch direkt über Kohle gegrillt, Frisches Obst und Gemüse angeboten und viele verschieden Gewürze. Es ist sehr orientalisch angehaucht - so hab ich es mir vorgestellt. Ich ärgere mich, das ich meine Kamera im Hotel gelassen habe und mache Bilder mit dem Smartphone. Wir gehen weiter und kommen in ein Labyrinth aus kleinen verwinkelten Gassen.  Alle paar Meter werden wir angesprochen, ob wir was brauchen oder uns nicht ein Geschäft ansehen möchten, oder einen Tee trinken wollen.  Hier gibt es alles was der (vermutlich chinesische) Markt hergibt. Schuhe, Klamotten, Taschen, Sonnenbrillen und was man sonst so braucht, oder auch nicht braucht. Wichtig, wenn man was kauft, immer habdeln! Viele der Händler legen uns Ihren Arm um die Schulter... ein mulmiges Gefühl aber das ist Kundengewinnung nach arabischer Art. Ich bin mir eine kurze Zeit nicht sicher, ob wir hier wieder raus finden... und es wird immer dunkler. Wir fallen hier natürlich mit unser hellen Haut auf und ziehen die Blicke der Händler auf uns. Jetzt bin ich gerade doch froh, das ich meine Kamera im Hotel gelassen habe. Natürlich schaffen wir es doch noch wieder raus. Und im nachhinein war es auch nicht so schlimm und ein absolutes Erlebnis.

mOSCHEE al-moHAMMDI - UND EIN KLEINER GEMÜTLICHER MARKT

Mit dem Taxi zur Moschee Al-Mohammdi.

Der Markt rundum die Moschee ist gemütlich und übersichtlich... imponiert hat mir ein Olivenstand, der zig verschieden Olivensorten in blauen Tonen hatte und ein angenehmen Duft verbreiteten. 

Die meisten Stände haben leicht orientalisches Geschirr und goldene Teekannen im Angebot.

Aladins Wunderlampe habe ich leider nicht gefunden.

Der Platz ist aber wesentlich sauberer als die alte Medina. 

Hier gibt es auch einige nette kleine Cafe´s die zum entspannen einladen.

Neustadtzentrum um Avenue Mohamed V

Die französisch geprägte Neustadt sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Eine der besten Adressen ist der Boulevard Mohamed V. Vom Place Mohammed V führen sechs Straßen sternförmig durch die Stadt. 

Die Gebäude sind wirklich beeindruckend und hier tobt das leben.

Auf den Bänken in der Stadt sitzen ältere Männer mit orientalischen Teekannen und bieten für ein paar Dirham Tee und Kekse an.

Ein kleines Stück weiter sind wieder die mobilen Wagen mit Essen unterwegs... Schaut Euch einfach meine Bilder an.

 

Mein persönlicher Tipp ist das französische Restaurant La Bavaroise in der Rue Nichakra Rahal. Da wird der Gaumen richtig verwöhnt. Ihr solltet aber unbedingt einen Tisch vorbestellen.

Aber es gibt auch noch unendlich viele Restaurants mehr in der Neustadt.

 

 

Zu guter Letzt ;)

Casablanca ist nicht unbedingt für jeden etwas.  Ich aber komme bestimmt noch mal wieder.

 

Als wir mit dem Taxi Nachts unterwegs waren und einen Festpreis verhandelt haben, hielt der Taxifahrer zwischendurch an und hat noch andere Fahrgäste aufgenommen. Wir sind dann auch nicht auf dem direktesten Weg ans Ziel gekommen, aber das scheint normal zu sein. Ein anderer Taxifahrer hat während der Fahrt auf seinem Smartphone ein Fußballspiel angesehen...

 

In den nächsten Jahren wird baulich viel passieren in Casablanca - ich bin gespannt.

 

Die Flüge nach Casablanca sind relativ günstig. 

Es wird ein gültiger Reisepass benötigt (Der Pass muss mindestens noch 6 MOnate gültig sein) 

Man kommt mit dem Taxi gut und günstig von A nach B.

(Die roten Taxis sind Stadttaxis, die sindauch nur für den Stadtverkehr zugelassen. Am Flughafen stehen die weißen Taxis, die Euch in die Stadt bringen - und wenn Ihr vorher einen Festpreis abmacht, kommt man auch für 200-250 Dirham ins Stadtzentrum und nicht wie ich für 400)

Das Essen ist sehr gut und die Preise sind auch moderat.

Das Marzipan und Marzipangebäck sind köstlich.

 

Krass sind die extreme Armut und die Slums direkt an der großen Moschee... Teile der Stadt sind wirklich vermüllt und dort steigt einem dann natürlich auch übelster Geruch in die Nase.

 

Ich kann Casablanca als kurzen Trip mit viel Input wärmstens empfehlen.

 

Ich bedanke mich fürs lesen und würde mich freuen, wenn Du mir einen kleinen Kommentar da lässt, oder wenn Du selbst schon in Casablanca warst und mir noch einen Tipp für die nächste Reise nach Casablanca geben möchtest, oder mir ein anderes cooles Reiseziel vorschlagen möchtest... oder mit Facebook teilen, oder oder oder  ;)


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